Städtische Museen

Landsberg am Lech

50 Jahre Inselbad - Fotos und Geschichten

Gustav Adam und der Abbau des Sprungturms

Blick über den Lech auf das Inselbad ohne SprungturmFoto: Gustav Adam

Gustav Adam fotografierte am 27.4.2021 das Inselbad kurz nachdem der Sprungturm abgebaut worden war. Kurz zuvor noch hatte der Sprungturm links der Rutsche gestanden und das Bild geprägt. Er veröffentlichte die Fotos auf Facebook. Es folgte eine hitzige Diskussion um die Bedeutung des Sprungturms für die Landsberger und den unangekündigten Abriss,eine Online-Petition zum Wiederaufbau des Sprungturms wurde gestartet. Sehr deutlich zeigte die Diskussion, welche enge Beziehung die Landsberger zu ihrem Inselbad pflegen.


Brigitte Incorvaia und der Herr der Wellen

„Ich wurde 1956 in Landsberg geboren, und kenne auch das ‚alte‘ Inselbad noch. Dort sollte ich schwimmen lernen. Der Speerträger stand schon damals dort, und ‚beobachtete‘ die folgende Szene: Als ich mich weigerte, in das kalte Wasser (damals noch Lechwasser!) zu steigen, schubste mein Papa mich aufmunternd, und ich fiel kopfüber in das erfrischende Nass. Schreiend rannte ich aus dem Becken, und hatte lange Zeit keine Lust mehr auf Wasser.

Heute ist Schwimmen für mich das Schönste am Sommer. Seit ich im Jahr 2001 meinen Wohnsitz wieder nach Landsberg verlegt habe, gehe ich regelmäßig, und am liebsten früh am Morgen, und am allerliebsten im Wellenbecken, in unserem wunderschönen Freibad schwimmen.

Damit erklärt sich auch der Gedicht-Titel: "Der Herr der Wellen", welches ich für Christian Wappler, in all den Jahren immer "mein Bademeister", geschrieben und ihm geschenkt habe. Ich war besonders froh und dankbar, dass es 2020, wenn auch verspätet, doch noch möglich war, ins Inselbad zu gehen.“

Skulptur eines jungen Mannes mit Speer neben einer Wasserrutsche im InselbadFoto: Brigitte Incorvaia

Der Herr der Wellen

Das Wasser schimmert blau und leer,
es glitzert friedlich in der Sonne.
Wozu braucht man das weite Meer?
Hier wartet die weit größere Wonne!

Ganz nah am heimatlichen Fluss.
Kein Lärm, kein Hai, kein Hundebellen.
Außer Corona kein Verdruss,
und noch dazu auch keine Wellen.

Die alten Bäume rascheln leise.
Ein Rosenblatt legt sich zur Ruh,
tanzt sachte auf der Wasserreise,
und Neptun sieht gelassen zu.

Die ersten Schwimmversuche sah er,
und Regen, Schnee und Sommerlicht.
Mein Wasserglück bis hin zum Alter.
Gealtert ist er dabei nicht.

Ein lautes Wort – das Wasser schwankt!
Bestimmt war es ein Zauberspruch!
An Land so mancher Schwimmer wankt,
trocknet die Gischt mit einem Tuch.

Doch bald schon glätten sich die Wogen
und rasch ist dieser Spuk vorbei.
Von Neptun magisch angezogen,
schwimme ich Kopf und Seele frei.

Von Brigitte Incorvaia

Ruhiges Wellenbecken im Inselbad mit Gebäude im HintergrundFoto: Brigitte Incorvaia