Städtische Museen

Landsberg am Lech

Das Ausstellungsbüro kommt an Bord

Januar 2021
Von Sonia Fischer

Ein großer Schritt ist getan: Der Stadtrat hat am 13. Januar in seiner ersten Sitzung des Jahres die Planungsleistung des Ausstellungsgestalters beauftragt!

Ein Ausstellungsgestalter plant nicht nur den raumbildenden Ausbau mit Möbeln, Vitrinen und Inszenierungen, sondern damit verbunden auch die Ausleuchtung der Museumsobjekte, die Grafik, alle Medien wie Filme, Audios, Spiele oder Animationen und die analogen interaktiven Stationen einer Ausstellung.

Im Vorfeld fand ein sogenanntes VGV-Verfahren statt. Dies meint ein Verfahren nach der  Vergabeverordnung (VGV), einer Rechtsverordnung der Bundesregierung zur Umsetzung des europäischen Vergaberechts. Öffentliche Aufträge für Dienstleistungen fallen ab einem Schwellenwert von 214.000 Euro unter dieses Verfahren. Unterstützt wurde die Stadtverwaltung dabei durch das Ingenieurbüro Hummel und Kraus mit Sitz in München.

Das zweistufige Verfahren begann im ersten Schritt mit einem Teilnahmewettbewerb, bei dem sich 30 Büros mit jeweils zwei Referenzprojekten beworben hatten. Geprüft wurde dann nicht nur die Eignungsfähigkeit der Büros, sondern auch die vorgestellten Referenzprojekte, z.B. hinsichtlich der  gestalterischen Qualität, der Berücksichtigung von Inklusion oder Barrierefreiheit, die im Ausschreibungstext verlangt worden sind.

In der zweiten Stufe des Verfahrens, dem eigentlichen Verhandlungsverfahren, wurden dann fünf Büros eingeladen, ein Honorar-Angebot abzugeben und einen Lösungsvorschlag konkret auszuarbeiten und einer Jury vorzustellen. Wir hatten dazu aufgefordert, zwei Ausstellungsräume durch Pläne zu skizzieren, an denen sich gut ablesen lässt, wie der Umgang mit den Objekten ist, Themen inszenatorisch entwickelt, Fragen der Barrierefreiheit mitgedacht oder die Besucher durch Mitmachstationen kreativ angesprochen werden.

Die Jury traf sich am 18. November – bedingt durch Corona – online. In der Jury berieten sich  Mitglieder des Stadtrats, der Verwaltung und Vertreter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die viele Verfahren bayernweit begleiten. Für die Gestaltungsbüros stellte der virtuelle Termin eine Herausforderung dar, da der persönliche Austausch deutlich reduzierter stattfindet als jede reale Begegnung.    

Am Schluss kam die Jury zu einem eindeutigen Ergebnis: facts and fiction, ein Büro aus Köln, hatte die Vorgaben am besten gemeistert und insbesondere mit einer schlüssigen inszenatorischen Idee zur Zeitgeschichte überzeugt. Das Gestaltungsbüro hat viele renommierte Projekte durchgeführt, so zuletzt auch die „Berlin-Ausstellung“ im Humboldforum, die Dauerausstellung im Deutschen Bergbaumuseum oder im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Wer neugierig ist und ihren Lösungsvorschlag näher kennenlernen will, kann sich in der Bildungs-Sozial- und Kulturausschuss-Sitzung am 3. März ein Bild machen.

Das Museumsteam freut sich nun sehr auf die Zusammenarbeit und die nächsten Schritte in diesem großen und spannenden Projekt!

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung