Städtische Museen

Landsberg am Lech

Ein neues Besuchserlebnis für das Bayertor

30.04.2021
Von Sonia Fischer und Anna Leiter

Das Wahrzeichen der Stadt Landsberg, eine der schönsten gotischen Toranlagen Bayerns, erstrahlt seit der Restaurierung 2016-2018 in altem Glanz. Im Innenraum hatte der Ausbau des Wassertanks und der Einbau eines zweiten Fluchtweges jedoch Spuren hinterlassen. Die Art der Präsentation von Gesimsteilen und Fundstücken war zudem in die Jahre gekommen. Anlass also für den Förderverein Landsberger Bayertor anzumahnen, den Rundgang attraktiver zu gestalten und das Besuchserlebnis aufzuwerten. Die Mitarbeiter des Stadtmuseums haben sich dieser Aufgabe angenommen.

Nach einer Begehung und Rücksprachen mit Touristinfo, erfahrenen Stadtführerinnen, Bauamt und Denkmalpflege stand fest, es muss entrümpelt und für Klarheit bei der Beschilderung gesorgt werden.

Diesen Mehrwert schafft nun ein Leitsystem. Verlor der Besucher früher schnell den Überblick über die schon erklommenen Stockwerke, erleichtern nun Orientierungstafeln das Zurechtfinden. Auf jedem Stockwerk befindet sich auf der Ostseite neben der Treppe eine Tafel, die anzeigt, auf welcher Höhe man sich im Vergleich zur Außenansicht befindet. Carmen Celewitz von 360°Design entwickelte ein frisches Design für Texte, Tafeln und Orientierungssystem, das sich unaufdringlich in das historische Bayertor einfügt.

Einheitlich gestaltete Texte mit gut lesbarer Schrift sollen den Besuchern Besonderheiten des Bayertors erklären, so insbesondere die historische Turmuhr, die sich über zwei Stockwerke zieht und bisher ein Schattendasein fristete. Informationen zu Zeitmessung, Entwicklung der Turmuhren, zum Uhrwerk selbst und dessen Funktionsweise werten sie nun auf. Hierbei hat uns die letzte Türmerin des Bayertors, die Uhrmachermeisterin und Kunsthistorikerin Birgit Kremer unterstützt.

Neuen Pfiff verleiht ein kurzweiliger Einführungsfilm, der auf unterhaltsame Weise die Geschichte und Funktion des Bayertors vermittelt. Die Landsberger Laienschauspieler Götz Hofmann und Matthias Bartels - als Wirte in der Weinstube „Im Turm“ quasi die Nachbarn - schlüpften hierfür in die Rollen von Herzog Ernst und seiner Frau Elisabeta di Visconti. Die beiden hatten den Bau des Bayertors um 1425 zusammen mit Herzog Wilhelm finanziert. Als Zeitreisende besichtigen sie im Film selbst das Bayertor und erzählen über seine Geschichte von der Erbauungszeit bis zur letzten Sanierung 2018 und über die Funktionen des früheren Eingangs zur Stadt. Entwickelt wurde der Film von der Kommunikationsagentur Birke und Partner aus Erlangen. Eine neue Sitzbank, angefertigt von der Schreinerei Arnold, lädt dazu ein, sich von den ersten Treppen zu erholen und den Film in Ruhe anzusehen.

Auch auf der Aussichtsplattform gibt es Neues: Der Landsberger Maler Hans Dietrich hat den Blick auf Berge und Stadt in einem Aquarellpanorama eingefangen, das nun den Besuchern hilft, Gipfel und Gebäude zu erkennen. Ein echtes Highlight!

Wer Feedback zur Gestaltung geben möchte, kann dies übrigens ab sofort auf einer Gästebuch-Tafel tun. Wir sind gespannt, wie der neue Rundgang ankommen wird und hoffen, dass das Bayertor bald wieder für Besucher öffnen darf.

Vielen Dank allen Mitwirkenden für die tatkräftige Unterstützung!

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung