Städtische Museen

Landsberg am Lech

Keine "Räuber in Bayern" im Stadtmuseum

Planungen zur Landesausstellung 2024 ausgesetzt

31.8.2020

Nun ist es offiziell: die Bayerische Landesausstellung 2024 wird nicht in Landsberg stattfinden. Am 26. August gaben Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, bekannt, dass die Planungen ausgesetzt werden.

Der ohnehin sportliche Zeitplan zur Museumssanierung ist vor dem Hintergrund der Corona-Krise zusätzlich ins Wanken geraten. Das Risiko, aufgrund der knappen Zeit bis Ende 2023 deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen zu müssen, ist aufgrund der derzeitigen finanziellen Lage für die Stadt nicht tragbar. Die Gefahr, dass das Projekt am Ende scheitert und Steuergelder vergeudet würden, erscheint beiden Seiten zu groß. Zumal eine Landesausstellung nicht einfach verschoben werden kann. Bis 2025 sind die Landesausstellungen bereits vergeben. Die Planungen stehen schon Jahre im Voraus, Mitarbeiter arbeiten drei Jahre an einem solchen Projekt.

Um verantwortungsbewusst mit personellen Ressourcen und öffentlichen Geldern umzugehen, haben sich die Stadt Landsberg und das Haus der Bayerischen Geschichte entschieden, das Projekt für 2024 nicht weiter fortzuführen. Das vorgesehene Thema „Räuber in Bayern“ wird das Haus der Bayerischen Geschichte aber vorerst nicht weiter vergeben. Damit bleibt eine Tür für Landsberg offen, sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut für die Ausstellung zu bewerben.

Allerdings: das Haus der Bayerischen Geschichte braucht für die Landesausstellung ein leeres Haus. Daher kommen die Landesausstellungen immer dann zur richtigen Zeit, wenn die Gebäude fertig saniert, aber noch nicht wieder eingerichtet sind. Steht die neue Dauerausstellung erst einmal, lässt sie sich nicht ohne enormen Aufwand und Schaden an der Inneneinrichtung wieder auslagern. Aus organisatorischen wie finanziellen Gründen erscheint das wenig sinnvoll.

Natürlich ist die Absage für das Stadtmuseum sehr schade. Eine Wiedereröffnung des Museums 2024 mit einer Landesausstellung wäre ein absoluter Glücksfall für Museum und Stadt Landsberg gewesen. Immerhin zieht der Publikumsmagnet regelmäßig zahlreiche Besucher in die ausrichtenden Kommunen und sorgt für deren Bekanntheit. Viele Landsberger hatten sich im Vorfeld der Bewerbung für die Landesausstellung in Landsberg stark gemacht und die Chance für Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel gesehen. Das freut uns sehr!

Doch die Entscheidung ist vernünftig und verantwortungsvoll im Hinblick auf eine sorgfältige Sanierung des Museums ohne Zeitdruck und Kostenrisiko. Priorität hat die Wiedereröffnung des Stadtmuseums. Unsere neuen Ausstellungen zur Stadtgeschichte – die „Wege nach Landsberg“ – warten darauf umgesetzt zu werden und Bürgern und Touristen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Information und Wissensvermittlung, Erlebnis und Unterhaltung zu bieten.

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