Städtische Museen

Landsberg am Lech

Sammeln nach Plan

Gemäldezug im Museumsdepot

November 2020

Was sammelt das Stadtmuseum eigentlich? Eine Frage, die wir uns selbst ab und an von neuem stellen. Daher überarbeiten wir im Zuge der Neukonzeption auch das Sammlungskonzept.

Ein Stadtmuseum ist das kollektive Gedächtnis einer Stadt und hat daher die Aufgabe all das zu sammeln und zu bewahren, was für die Identität der Stadt und ihrer Bürger Bedeutung hatte und hat. Nicht nur historische Objekte sind dabei von Relevanz, sondern auch Zeugnisse der Gegenwart – wie dies jüngst beim Sammlungsaufruf zum Thema „Corona“ deutlich wurde.

Kurz gesagt: Wir sammeln Dinge, die Landsberger Stadtgeschichte(n) erzählen. Und das können sehr unterschiedliche Dinge sein: Skulpturen und Gemälde ebenso wie Fotoalben, Möbel, Geschirr,  Trachten und Textilien, Andachtsbilder, Klosterarbeiten, Werkzeuge, Musikinstrumente, Modelle, Medaillen oder Zunftzeichen, Briefe, Dokumente oder Tagebücher… Stadtmuseen sind Mehrspartenhäuser mit extrem disparaten Sammlungen. Von auratischen und wertvollen Stücken zu scheinbar banalen, von Kunstwerken zu Alltagsgegenständen, von Religion zu Handwerk.

Dennoch ist eine klare Linie wichtig: Ein Stadtmuseum sammelt zur Stadt. Wichtigstes Kriterium ist daher der Bezug zu Landsberg:  ein Objekt muss in Landsberg und Umgebung hergestellt oder benutzt worden sein, eine Rolle in der Arbeits- und Lebenswelt der Landsberger*innen spielen oder gespielt haben  oder einen engen Bezug zur Stadtgeschichte oder zu Landsberger Persönlichkeiten aufweisen.

Daneben stellen wir uns weitere Fragen wie: Gibt es ausreichend Informationen zum Objekt, d.h. sind Entstehung, Herkunft und Funktion bekannt? Besitzen wir das Objekt schon einmal? Hat es Ausstellungspotenzial? Welche individuelle Geschichte kann das Objekt erzählen? Hat es Zeitzeugencharakter? Hat es symbolischen Charakter? Ist es repräsentativ für eine Zeit, eine Gruppe, ein Ereignis? Kommt dem Objekt Seltenheitswert zu, ist es besonders (wertvoll) oder hat eine besondere Aura? Ergänzt es sinnvoll unsere Sammlung?

Ein Gegenstand, zu dem wir keinerlei Information haben, kann keine Geschichte erzählen. Und wird dementsprechend nie für eine Ausstellung oder eine wissenschaftliche Arbeit von Belang sein.

In Zukunft möchten wir gezielter klare Sammlungsschwerpunkte herausarbeiten und nachsammeln, um Lücken schließen zu können. Vielfältiger soll die Sammlung dagegen in der Hinsicht werden, dass Migrationsgeschichten ebenso vertreten sind wie möglichst viele Bevölkerungsgruppen und Religionszugehörigkeiten. Stadt ist vielfältig und muss auch so gesammelt werden.

Neben den Sammlungskriterien hält das Sammlungskonzept auch die bisherigen Sammlungsschwerpunkte und Materialgruppen und daraus zu schließende Sammlungslücken fest. Ebenso Grundsätze und Abläufe bei der Aufnahme von Objekten sowie konservatorische Bedingungen für den Erhalt der Sammlung.

Abschließend ein immerwährender Sammlungsaufruf an Sie: Wann immer Sie Gegenstände besitzen, die für die Stadtgeschichte relevant sind – melden Sie sich gerne bei uns. Am besten schicken Sie eine E-Mail mit Foto an neues.stadtmuseum@landsberg.de, dann haben wir direkt vor Augen, um was es sich handelt.

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung